- Research Article
- 10.3262/kj2503211
- Oct 8, 2025
- Kriminologisches Journal
- Simon Egbert + 3 more
Wir nehmen den 15. Jahrestag des Erscheinens von Goldsmiths (2010) Analyse zur neuen Sichtbarkeit der Polizei zum Anlass, seine Thesen aufzugreifen und einer erweiternden, visualitätssoziologisch informierten Analyse zu unterziehen. Wir argumentieren, dass der Annahme von Goldsmith, der zufolge polizeiliche Arbeit durch neue Videotechnologien stetig einer größeren gesellschaftlichen Sichtbarkeit unterworfen wird, zwar weiterhin bzw. noch stärker als zuvor zuzustimmen ist. Allerdings sind Erweiterungen seiner Argumentation angezeigt: Die neue Sichtbarkeit wirkt weniger direkt und auch weniger eindeutig als von ihm angenommen, sondern wird sowohl von polizeilichen Akteur:innen als auch von den betroffenen Bürger:innen und zivilgesellschaftlichen Beobachter:innen reflexiv aufgenommen und bearbeitet. Damit führt sie zu einer Veränderung von Praktiken und der Herausbildung neuer kommunikativer Formen. Wir diskutieren dies auf drei unterschiedlichen Ebenen – Situationen, strukturelle Veränderungen und reflexive Ausfomung –, die wir jeweils anhand eines empirischen Beispiels – polizeiliche Bodycams, Vernehmungen, Digitales Community Policing – plausibilisieren.
- Research Article
- 10.3262/kj2503191
- Oct 8, 2025
- Kriminologisches Journal
- Carolin Neubert + 1 more
Ausgehend von zwei empirischen Qualifikationsarbeiten untesucht der Beitrag, wie Jugendliche und Elternteile im Kontext des Kinderschutzes über innerfamiliäre Gewalt erzählen. Gewalt wird dabei als interaktiv hergestellte Bedeutungsstruktur verstanden. Als Ergebnis der Analyse rekonstruieren wir das Konzept der Nachfragevorwegnahme als zentrale Erzählstrategie im institutionellen Raum. Gemeinsam mit zwei weiteren Konzepten, die in Anlehnung an Goffman entwickelt wurden, zeigt es, wie kommunikative Deutungen institutionell gerahmt sind und welche Zwänge das Erzählen über Gewalt im Kinderschutzkontext ermöglichen und strukturieren.
- Research Article
- 10.3262/kj2503229
- Oct 8, 2025
- Kriminologisches Journal
- Manuel Bolz
Der Beitrag stellt einen Reflexionsbericht zweier Lehrformate zur kulturwissenschaftlichen Kriminalitätsforschung im Fachkontext Kulturanthropologie dar. Schwerpunkte liegen nicht nur auf den Seminarinhalten und der Seminarstruktur, sondern auch auf den Potenzialen und Herausforderungen der Auseinandersetzung mit Kriminalität und Kriminalisierung als „als gesellschaftlichen Problemen und Forschungsgegen-ständen“ aus interdisziplinären Perspektiven.
- Research Article
- 10.3262/kj2503257
- Oct 8, 2025
- Kriminologisches Journal
Informationen
- Research Article
- 10.3262/kj2503252
- Oct 8, 2025
- Kriminologisches Journal
Isabelle Bartkowiak-Théron/James Clover/Denise Martin/Richard F. Fouthby/Nick Croft (Hg.): Law Enforcement and Public Health. Partners for Commu-nity Safety and Wellbeing. (Cham: Springer) 2022 (Roman Thurn)
- Research Article
- 10.3262/kj2503171
- Oct 8, 2025
- Kriminologisches Journal
- Nadine Jukschat + 1 more
Der Beitrag aktualisiert die Forschungslandschaft zu islamistischer Radikalisierung in Bezug auf die ausgeprägte Logik der Versicherheitlichung im Feld und den damit einhergehenden Bearbeitungsimperativ für eine sozialpädagogische Prävention. Er führt einige von uns an anderer Stelle entwickelte Thesen sowohl theoretisch als auch empirisch weiter, indem er frühere empirische Befunde aus qualitativen Interviewstudien mit Fachpraktiker:innen der Radikalisierungsprävention aufgreift und mit Interviewdaten aus einer aktuellen Studie kontrastiert. Dadurch können wir exemplarisch zeigen, wie sich die Islamismusprävention über die Zeit professionalisiert hat und zugleich nun andere soziale Probleme mit thematisiert, um islamistische Radikalisierung weiterhin aktuell zu halten.
- Research Article
- 10.3262/kj2503242
- Oct 8, 2025
- Kriminologisches Journal
- Jenny Künkel
Die aktuelle Netflix-Serie Adolescence löste in Großbritannien Debatten um sozialmedial vermittelte Männlichkeit und Tötungen von Mädchen durch Jungen bzw. junge Männer aus. Die Serienproduzenten, besorgte Eltern und Politiker:innen forderten, die Serie in Schulen zu zeigen, und diskutierten ein Verbot Sozialer Medien für unter 16-Jährige. Der Diskussionsbeitrag zeichnet die Debatte nach und problematisiert, wie das Re-Framing als (reine) Genderfrage bei gleichzeitiger Engführung auf Denkweisen als Problem und Verbote als Lösung, weitere soziale und v. a. materielle Faktoren verdeckt. Er schlägt stattdessen eine sozialpsychologische Lesart des Phänomens der Incels vor.
- Research Article
- 10.3262/kj2502145
- Jun 16, 2025
- Kriminologisches Journal
Tagungsbericht
- Research Article
- 10.3262/kj2502152
- Jun 16, 2025
- Kriminologisches Journal
Tagungsbericht
- Research Article
- 10.3262/kj2502132
- Jun 16, 2025
- Kriminologisches Journal
- Tania Mancheno + 1 more
Anknüpfend an die notwendige Integration postkolonialer Ansätze in die Curricula sozialwissenschaftlicher Studiengänge stellen wir in diesem Beitrag drei methodologische Annäherungen eines kritisch-partizipativen Kartierens vor, die sich mit den urbanen Landschaften des deutschen Kolonialismus beschäftigen. Wir begreifen diese Praxis als Werkzeug einer Machtkritik der Forensic Architecture bezüglich postkolonialen urbanen Ordnungen und als einen Beitrag zur Kritischen Kriminologie, die eine Hinterfragung der Kolonialgeschichte stets fordert. Unser Beitrag stellt drei Podcast- und Interviewreihen Was bedeutet Hamburg für Dich?, #Nachwort und ReprÆsentationen vor, die in einer kritischen und dekolonialen Lehre Anwendung finden können. Dabei werden inkludierende Praxen beschrieben und diskutiert, welche die Bedeutung von zivilgesellschaftlicher Partizipation in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der lokalen Kolonialgeschichte sowie eines afrozentrischen – statt eurozentrischen – Denkens hervorheben.