- Research Article
- 10.18753/2297-8224-7044
- Jun 6, 2025
- sozialpolitik.ch
- Anna Arlinghaus + 4 more
Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeit sowohl in zeitlicher als auch räumlicher Hinsicht geht neben positiven Effekten für die Arbeitnehmer:innen immer wieder auch mit einer Verdichtung der Arbeitszeit, längeren Arbeitszeiten und vielfältigen Belastungen einher. In der Forschung zur Gestaltung von Arbeitszeiten ist unbestritten, dass sowohl Verdichtung der Arbeitszeit, lange Arbeitszeiten und nicht im Sinne der Arbeitnehmer:innen gestaltete flexible Arbeitszeiten zu kurz- und längerfristigen negativen Folgen für Arbeitnehmer:innen und eingeschränkter Erholung führen. Die Beiträge dieses Bandes nehmen von diesen Befunden ausgehend aktuelle Entwicklungen bei Beschäftigten und in Unternehmen in den Blick. Im Zentrum steht dabei die Frage, was Beschäftigte dabei unterstützt, mit den Anforderungen ihrer Arbeit besser und nachhaltiger umzugehen.
- Research Article
- 10.18753/2297-8224-7042
- Jun 6, 2025
- sozialpolitik.ch
- Angelika Kümmerling + 2 more
Arbeitnehmer*innenorientierte Zeitrechte haben in den letzten Jahren in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen. Mit dem Begriff Zeitrechte bezeichnen wir gesetzliche, tarifliche oder betriebliche Rechte der temporären Arbeitszeitreduzierung oder der Auszeitnahme. Eine Besonderheit von Zeitrechten ist, dass sie arbeitnehmer*innenorientiert sind und Betriebe oftmals kein oder nur ein eingeschränktes Einspruchsrecht besitzen. Für Betriebe stellt sich daher die Frage, wie sie diese Zeitrechte umsetzen und den mit ihnen verbundenen Verlust an Arbeitszeit kompensieren. Anhand von sechs Betriebsfallstudien stellen wir unterschiedliche Kompensationsstrategien dar und zeigen, welche Herausforderungen und Chancen aus der Nutzung der Zeitrechte für Betriebe resultieren. Unsere Analysen zeigen, dass Zeitrechte einen hohen Stellenwert in den Betrieben haben und die Arbeitsorganisation zum Teil nicht unerheblich beeinträchtigen. Trotzdem haben die Betriebe selten systematische Strategien zum Umgang mit Ausfallzeiten und Arbeitszeitreduzierungen entwickelt.
- Research Article
- 10.18753/2297-8224-7043
- Jun 6, 2025
- sozialpolitik.ch
- Laura Venz + 1 more
To maintain employee’s health, it is important to prevent work-related exhaustion in general but also on a day-to-day basis. With a quantitative ten-day diary study, we investigated three different working time strategies as underlying mechanisms of the effects of day-specific work overload and work scheduling autonomy on end-of-work exhaustion. The sample comprised 578 daily measurements from 93 employees in Germany. Daily work overload was positively related to daily break violations, working faster and unplanned overtime. Daily work scheduling autonomy was negatively related to overtime (vs. finishing work on time/early). Work overload (and telework, which we used as control variable) and work scheduling autonomy were significantly and indirectly related to higher and lower, respectively, end-of-work exhaustion via unplanned overtime. To prevent employee exhaustion, it is important to promote good work design in everyday working life so that employees do not need to extend their working days.
- Research Article
- 10.18753/2297-8224-7038
- Jun 6, 2025
- sozialpolitik.ch
- Nils Backhaus + 1 more
Der Beitrag untersucht die Verbreitung von Arbeitszeitfragmentierung in Deutschland und die Zusammenhänge zwischen Arbeitszeitfragmentierung, Zeit- oder Leistungsdruck, Arbeitszeit, Ruhezeit und Work-Life-Balance. Zudem wird die besondere Rolle von Geschlecht und Elternschaft bei diesen Zusammenhängen beleuchtet. Die Datengrundlage der Untersuchung bildet die BAuA-Arbeitszeitbefragung mit den Wellen 2019 (6206 ≤ n ≤ 6309) und 2021 (12.864 ≤ n ≤ 13.123). Arbeitszeitfragmentierung wird als mehrstündige Unterbrechung der Arbeit mit Weiterarbeiten in den Abendstunden operationalisiert. Die Ergebnisse deuten auf Zusammenhänge zwischen Arbeitszeitfragmentierung und hohem Zeit- oder Leistungsdruck, längeren tatsächlichen Wochenarbeitszeiten, häufigerem Auftreten von kurzen Ruhezeiten und einer geringeren Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance hin. Geschlechterunterschiede bei der Fragmentierung der Arbeitszeit zeigen sich insbesondere bei der Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance. Intersektionale Unterschiede werden nur bei der Korrelation zwischen wöchentlichen Arbeitsstunden und Arbeitszeitfragmentierung festgestellt. Fragmentierte Arbeitszeiten sind mit längeren wöchentlichen Arbeitsstunden für kinderlose Frauen, Männer und Väter verbunden, jedoch nicht für Mütter.
- Research Article
- 10.18753/2297-8224-7039
- Jun 6, 2025
- sozialpolitik.ch
- Anna Arlinghaus + 1 more
In einem Betrieb aus der Elektro-Montage mit rund 150 Beschäftigten wurde die Auswirkung einer Arbeitszeitreduktion auf 36 Std. als 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich aus Sicht von Beschäftigten und Führungskräften auf Gesundheit, Vereinbarkeit, Zufriedenheit und Arbeitsbelastung untersucht. Dazu wurde 1,5 Jahre nach der Umstellung ein Methodenmix aus quantitativen Analysen (Überstunden, retrospektive Online-Befragung, Fluktuationsanalyse) und qualitativen Fokusgruppen eingesetzt. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit bei allen Stakeholdern. Besonders die Vereinbarkeit verbesserte sich bei gleichbleibender Arbeitsbelastung und gesunkenem Überstundenvolumen. Die Produktivität wurde als gestiegen beurteilt. Dieses Beispiel zeigt somit eine gelungene Umsetzung im gewerblichen Bereich.
- Research Article
- 10.18753/2297-8224-7045
- Jun 5, 2025
- sozialpolitik.ch
- Anne Marit Wöhrmann + 3 more
Employing a stress theoretical perspective, we investigate the role of working time for the trajectory of health complaints at the transition from employment to retirement. Drawing on job demands-resources theory, we argue that higher weekly working hours are a health-impairing stressor during employment so that individuals with longer weekly working hours experience greater health improvements when retiring than those with shorter weekly working hours. Additonally, we assume that work time control as job resource buffers the relationship between weekly working hours and changes in health complaints. We used a subsample of a representative panel survey conducted in Germany. This comprised 876 employees who transitioned from employment to retirement. The results of the discontinuous multilevel growth model indicated longer weekly working hours and lower work time control lead to stronger decreases in health complaints from employment to retirement. However, we found no evidence of a buffering effect of work time control.
- Research Article
- 10.18753/2297-8224-4869
- Dec 20, 2024
- sozialpolitik.ch
- Maëlle Meigniez + 1 more
The Swiss personal assistance allowance, introduced in 2012 under the Federal Law on Invalidity Insurance (LAI), aids disabled individuals requiring assistance with daily tasks. Despite its significance, it remains relatively unknown, prompting an analysis of its features and implementation challenges. This article adopts a socio-legal approach to explore this social service’s political motives, unique characteristics, and implementation issues. Drawing from interdisciplinary research conducted between 2022 and 2024, including legal analysis and ethnographic study in the Canton of Vaud, the article examines the personal assistance allowance’s role in promoting autonomy and empowerment for disabled individuals. It also delves into the implications of establishing beneficiaries as employers. While the Swiss personal assistance allowance reflects a broader shift towards recognizing and supporting the autonomy of disabled individuals, its implementation reveals complexities and tensions inherent in navigating legal obligations and ensuring effective support.
- Research Article
1
- 10.18753/2297-8224-5884
- Dec 20, 2024
- sozialpolitik.ch
- Justin Powell + 4 more
This Forum contribution, instead of following typical research article format, provides selected insights from the PATH_CH-LUX project on school-to-work transitions of young people with disabilities in Switzerland and Luxembourg, which examines drivers and barriers using a cross-national, mixed-methods approach. The project focuses on three perspectives: young people’s experiences, expectations, aspirations; employer recruitment practices analyzed through a factorial survey design; and insights from social service professionals to identify areas for improved transition support. Comparative institutional analysis highlights opportunity structures shaped by systemic factors in both countries. Preliminary findings from the authors’ research provide a foundation for understanding institutional, organizational, and individual factors affecting labor market inclusion. Both countries’ high-skill labor markets and multicultural contexts offer valuable cases emphasizing the need for the transformation of historically separate and stigmatizing educational settings, enhanced guidance and support systems, employer awareness to improve experiences and outcomes for young people with disabilities transitioning school to work.
- Research Article
- 10.18753/2297-8224-4830
- Dec 20, 2024
- sozialpolitik.ch
- Noah Zenhaeusern + 3 more
Mit der Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) im Jahr 2014 gestand der Schweizer Gesetzgeber Menschen mit Beeinträchtigungen bezüglich Elternschaft erstmals mehr Selbstbestimmung zu. Trotz der rechtlichen Anerkennung einer Familiengründung ist das Bedürfnis nach eigenen Kindern bei beeinträchtigten Menschen nach wie vor gesellschaftlich umstritten. Die Studie zeigt, dass sich junge Erwachsene mit Beeinträchtigungen durchaus Kinder wünschen, wobei die Motive für/gegen Kinder mehrheitlich auf eigene Werte zurückzuführen sind. Auch wenn die Entscheidung meistens selbstbestimmt erfolgt, ist dennoch zu sehen, dass strukturelle Komponenten der Verwirklichung eines Kinderwunsches zuwiderlaufen. Zur Verhinderung solcher Ausgrenzungseffekte besteht für die Schweizer Behindertenpolitik weiterhin grosser Handlungsbedarf.
- Research Article
- 10.18753/2297-8224-4812
- Dec 20, 2024
- sozialpolitik.ch
- Leslie Ader
International treaties guarantee ‘fundamental rights’ for disabled people that ensure them a dignified life. However, access to citizenship is subject to specific criteria, which can be difficult to fulfill for people with disabilities. Consequently, there exists an intersecting policy tension between the exemptions of disabled people from citizenship criteria and migration control; both of which are “neighbouring legal fields” to disability law. This study of the Swiss case compiles and examines Swiss law that pertains to foreign migrants with disabilities and focuses on the following questions: (i) How has the legal framework that regulates access to Swiss citizenship for immigrants with a disability evolved over time? (ii) Has said legal framework become inclusive over time? The main findings are the following: (i) immigration and citizenship policies continue to value an individual’s capacity to contribute to society and (ii) the examined case law has developed to being indirectly ableist.