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  • Research Article
  • 10.14464/zsem.v38i3-4.638
Exaktheit – Eindeutigkeit – Eigentlichkeit. Zur semiotischen Explikation terminologischer Grundeigenschaften
  • Nov 2, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Thorsten Roelcke

Zusammenfassung. Die terminologischen Eigenschaften Exaktheit, Eindeutigkeit und Eigentlichkeit können anhand des semiotischen Dreiecks von Ogden und Richards erfasst und aufeinander bezogen werden: Mit Blick auf Bedeutung, Ausdruck und Wirklichkeit erweisen sie sich dabei als referentielle, semantische und mentale (motivierte) Unmiss­verständlichkeit von Termini. Sie werden im Rahmen eines systemlinguistischen Inventar­modells, eines pragmalinguistischen Kontextmodells und eines kognitionslinguistischen Funktionsmodells jeweils unterschiedlich konzipiert. Exaktheit, Eindeutigkeit und Eigent­lichkeit werden systemlinguistisch postuliert, pragmalinguistisch analysiert oder kogniti­onslinguistisch interpretiert. Argumentativ wie historisch zeigt sich hierbei ein dialektisches Verhältnis der drei Modelle.

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  • Research Article
  • 10.14464/zsem.v38i3-4.640
Christian Stetter (1943–2017). Ein Nachruf
  • Nov 2, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Jan Georg Schneider

Am 7. Dezember 2017 ist der Linguist, Semiotiker und Philosoph Prof. Dr. Christian Stetter im Alter von 74 Jahren in Aachen verstorben. Mit ihm verlieren wir einen bedeutenden Sprachtheoretiker und -philosophen, dessen Werke schon zu Lebzeiten großen Einfluss hatten, wenngleich sich ihre gesamte Tragweite wohl erst zukünftig erschließen wird. Auch die Deutsche Gesellschaft für Semiotik verdankt ihm viel. Er war einer ihrer Wegbereiter und gehörte von 1979 bis 1982 zusammen mit Martin Krampen, Klaus Oehler und Annemarie Lange-Seidl ihrem Vorstand an. Durch seine Dissertation über Wittgensteins Einfluss auf die sprachwissenschaftliche Theoriebildung (Stetter 1974) sowie durch seine Arbeiten über Saussure und Peirce avancierte er zum Vordenker und Ideengeber einer zeichentheoretisch und pragmatisch fundierten Linguistik. Bahnbrechend und noch zu wenig rezipiert ist sein Spätwerk System und Performanz von 2005, in dem er auf der Basis der Symboltheorie Nelson Goodmans die Grundlagen von Sprachwissenschaft und Medientheorie reformulierte. Schon im Alter von 31 Jahren wurde Christian Stetter 1974 in bewegten universitären Zeiten auf eine Professur für Germanistische Linguistik mit dem Schwerpunkt Handlungstheorie an die RWTH Aachen berufen. Diese Professur hatte er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2009 inne.

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  • Research Article
  • 10.14464/zsem.v38i3-4.634
Einführung
  • Nov 2, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Martin Siefkes + 1 more

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  • Research Article
  • 10.14464/zsem.v38i3-4.636
Von subhumaner zu humanspezifischer Interaktion. Tomasello und die Qualität des Zeigens
  • Nov 2, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Rafael Mollenhauer

Zusammenfassung. Die zunehmend auch in sozialtheoretischen Diskursen beachte­te Forschung Michael Tomasellos erhebt deiktische Gesten zum entscheidenden Umschlagpunkt zwischen animalischen und spezifisch menschlichen Interaktionsfor­maten. Auf einer mentalistischen Grundlage scheut Tomasello nicht davor zurück, das Zeigen qualitativ gleichzusetzen mit der gesprochenen Sprache und es zur ontogene­tisch und phylogenetisch frühesten Form humanspezifischer kooperativer Kommuni­kation zu erklären. In diesem Beitrag sollen zunächst aus der ausdruckstheoretischen Anlage des Forschungsprogramms resultierende Widersprüche und Zirkularitäten auf­gedeckt werden, um anschließend unter Zuhilfenahme der Arbeiten Karl Bühlers eine funktionalistische Analyse der von Tomasello in verschiedenen Beispielen dargeleg­ten deiktischen Qualität vorzunehmen, die auch ein neues Licht wirft auf Tomasellos Erklärung des Übergangs zur gesprochenen Sprache. Abschließend wird gezeigt, dass Tomasellos Ansatz kaum verlässliche Aussagen zur sozialen Praxis sowie zur Genese von kognitiven Vermögen und Kontaktmitteln generiert, dass seine Erkennt­nisse zur kognitiven Leistungsfähigkeit von Kindern und nichtmenschlichen Primaten aber unterstützend hinzugezogen werden sollten, um den tatsächlichen Übergang zur menschlichen Sprache näher zu entschlüsseln.

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  • Research Article
  • Cite Count Icon 1
  • 10.14464/zsem.v38i3-4.639
Binäre Diskurskonstruktionen als mentale Realitäts- und Möglichkeitskonstruktionen. Exemplifiziert am ‚Dramatischen Dialog‘ des 16. bis 18. Jh.*
  • Nov 2, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Katharina Mucha

Zusammenfassung. Der Beitrag skizziert die Konzeption von Diskurskonstruktionen und stellt Aspekte der Analyse von zwei binären Diskurskonstruktionen vor, wer p, (der) q und wenn p, (dann/so) q. Diese binären Konstruktionen dienen dazu, Relationen zwi­schen Elementen auf der Basis des Konditionalschemas zu definieren, dies jedoch in unterschiedlicher Weise, nämlich als objektiv gesetzte Realität oder als zu evaluieren­de Möglichkeit. Die Konzeption der Diskurskonstruktionen ist angebunden an die Men­tal Space Theory, nach der Wissensstrukturen als Repräsentationen in mentalen Räu­men integriert, selegiert, komponiert und elaboriert werden. Je nach Aufbau der Räume ergeben sich unterschiedliche inferentielle Prozesse, die auf soziale Praktiken entwe­der als quasi objektiv gegeben oder verhandelbar verweisen. Der kognitiv-konstrukti­onsgrammatische Ansatz ist verknüpft mit der philosophischen Frage, auf welche Weise das Selbst und seine Realitäten durch soziale Interaktion sichtbar werden. Binäre Dis­kurskonstruktionen kommen in Dramentexten des 16. bis 18. Jh. unterschiedlich häu­fig vor. Evidenzen aus dem literarischen Korpus stützen die theoretischen Überlegun­gen.

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  • Research Article
  • 10.14464/zsem.v38i3-4.637
Was heißt „Vorhandensein“? Die kulturwissenschaftliche Relevanz einer Klärung
  • Nov 2, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Claus Schlaberg

Zusammenfassung. Dieser Beitrag baut auf der Idee auf, Wahrmacher in eine Wahrheits­bedingungen-Semantik zu integrieren. Speziell geht er der Frage nach, Wahrheitsbedin­gungen welcher Art für Aussagen in Frage kommen, die einer Sache Vorhandensein – im Unterschied dazu, bloßes intentionales Objekt zu sein – zuschreiben. Die adverbiale The­orie der Wahrnehmung behandelt Erleben, zum Beispiel Erscheinungen (visuelles Erle­ben), als ‚adverbial‘ klassifizierbar. Als weiterer Ansatz zur Charakterisierung des Verhält­nisses einer Erscheinung (visuelles Erleben) zu dem jeweils Erscheinenden wird der semantische Externalismus berücksichtigt. Auf dieser Grundlage wird Vorhandensein von y als Disposition zu y-Erleben begriffen: Dass y vorhanden ist, wird als Disposition zu solchem Erleben verstanden, das adverbial als y-Erleben charakterisiert ist. Dieser Ansatz trägt dazu bei, die verschiedenen Perspektiven der Naturwissenschaften und der Kultur­wissenschaften verständlicher zu machen. Naturwissenschaften sind auf y gerichtet, wäh­rend die Kulturwissenschaften vor allem y-Erleben thematisieren.

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  • Research Article
  • Cite Count Icon 1
  • 10.14464/zsem.v38i3-4.635
Diagramme von Gesten. Eine zeichentheoretische Analyse digitaler Bewegungsspuren
  • Nov 2, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Daniel Schüller + 1 more

Zusammenfassung. Dieser Beitrag versucht eine zeichentheoretische Untersuchung von Diagrammen, wie sie im Rahmen der motion-capture-gestützten, empirischen Ges­tenforschung zur Repräsentation und Analyse redebegleitender Gesten erzeugt und verwendet werden. Nach Vorüberlegungen zum Diagrammbegriff und einer Darlegung herkömmlicher Mittel der visuellen Repräsentation von redebegleitender Gestik, folgt eine zeichentheoretische Analyse des Motion-Capture-Verfahrens und deren diagram­matisch-semiotische Interpretation. Motion-Capture-Diagramme sind, so unsere Hypo­these, das Produkt eines diagrammatischen Verfahrens, welches als empirische Skala zu deuten ist. Die „Erkenntniskraft der Linie“ (Krämer 2011) liegt hier in der ikonischen Visualisierung von Trajektorien, welche durch die Projektion eines Indexes auf ein Koor­dinatensystem zu Perzeptionsgestalten von Gesten werden. Weiterhin erörtert dieser Beitrag diagrammatische Prozesse in Gesten selbst, welche das eingangs diskutierte System als holistische Gestalt sichtbar machen kann. Diese Verfahren finden ihren räumlich-aktionalen Niederschlag u.a. sowohl in verkörperten Bildschemata, in der rela­tionalen Repräsentation von Abstrakta, als auch in Gestendiagrammen basierend auf mentalen Karten, wie sie z.B. bei der Planung von Reisen in der Face-to-Face-Kommu­nikation im Gestenraum entstehen.

  • Journal Issue
  • 10.14464/zsem.v38i3-4
  • Nov 2, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik

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  • Research Article
  • Cite Count Icon 1
  • 10.14464/zsem.v38i1-2.620
Das Meer der Zeichen. Zur Lesbarkeit urbaner Räume als kollektive Gedächtnis-Texte.
  • Sep 19, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Peter Stachel

Zusammenfassung. Städte sind Orte einer extrem verdichteten Vielfalt unterschiedlicher, sich teilweise überlappender Zeichensysteme und lassen sich daher als Texte – Gefüge von Bedeutungen – analysieren. Durch die sinnhafte Strukturierung und Markierung durch eine oder mehrere sozio-kulturelle Gruppen wird der physische Raum zur sozialen und kulturellen Räumlichkeit. In einer geschichteten Architektur kollektiver Gedächtnisse ste­hen nicht selten unterschiedliche Erinnerungskulturen und -gemeinschaften miteinander in Konkurrenz. Dies lässt sich mit Hilfe einer kultursemiotischen Herangehensweise gut analysieren. Eine generelle Systematisierung einer Teildisziplin „Stadtsemiotik“ ist demge­genüber angesichts der Vielfalt unterschiedlicher Zeichensysteme im urbanen Raum weder sinnvoll möglich, noch für empirische Untersuchungen notwendig.

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  • Research Article
  • 10.14464/zsem.v38i1-2.619
Zeichen im öffentlichen Raum. Zur Relevanz eines vertrauten Themas aus neuer Perspektive.
  • Sep 19, 2023
  • Zeitschrift für Semiotik
  • Christine Domke

Untersuchungen zu einzelnen, konkreten Bereichen umfassen etwa den Verkehr (vgl. Posner 1995), die Orientierung und ihre Zeichen (Schmauks 2002) sowie Theater und Kunst (vgl. Fischer-Lichte 2007). Die Bedeutung und die analytische Breite öffentlich lesbarer Zeichen ist somit bisher keinesfalls übersehen worden. Nichtsdestotrotz ist eine Neubeschreibung möglicher semiotischer Ressourcen im öffentlichen Raum vonnöten: Veränderte Funktionen öffentlich wahrnehmbarer Zeichen im mobilen und digitalen Zeitalter sowie neuere methodologische Zugänge in der Beschreibung ihrer analytischen Spezifik bedingen eine Neuauslotung der Zeichen der Stadt. Welche Ansätze führen also zu dem vorliegenden Band über urbanen Zeichen und was gerät in gegenwärtigen Arbeiten erstmalig oder anders in den analytischen Fokus? Bereits im Titel werden die Zeichen "im öffentlichen Raum" verortet und damit die in den vergangenen Jahren in den Sozial-, Kultur-, Literatur-und Sprachwissenschaften intensiv geführten