- Research Article
6
- 10.1007/s13147-016-0392-9
- May 25, 2016
- Raumforschung und Raumordnung
- Helga Kanning + 2 more
Zusammenfassung Die Energiewende stellt einen bedeutenden Transformationsprozess dar, der Räume materiell und symbolisch verändert. Diesen Wandel nachhaltig zu gestalten, stellt eine der größten Herausforderungen auf dem Weg in eine postfossile Gesellschaft dar. Die räumlichen Planungen müssen mit diesen Herausforderungen umgehen, das heißt, insbesondere veränderte Konstellationen zwischen Akteurinnen und Akteuren sowie die Entstehung neuer Energiesysteme, -landschaften und Raumbeziehungen in ihre Aufgabenfelder einbeziehen und ihre Instrumentarien prozedural und substanziell anpassen und weiterentwickeln. Noch befinden sich sowohl die praktische Ausgestaltung der neuen Planungsaufgaben als auch die planungswissenschaftliche Forschung zur Energiewende am Anfang. Wir gehen davon aus, dass die Verbindung raum- und planungswissenschaftlicher Debatten zur Energiewende mit analytischen Perspektiven der nachhaltigkeitsbezogenen Geschlechterforschung besondere, noch unerschlossene Potenziale für die Gestaltung der Transformation der Energiesysteme in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung bietet. Ausgehend von unterschiedlichen analytischen Perspektiven der sozial-ökologischen Nachhaltigkeits- und Geschlechterforschung, wonach Geschlecht als Differenz-, als Struktur-, als Prozess- sowie als epistemologische Kategorie begriffen werden kann, fragen wir danach, welche „blinden Flecken“, Gerechtigkeits- und Demokratiedefizite sowie herrschaftliche Umgangsweisen mit Natur sichtbar gemacht werden können, um so Transformationswissen für eine emanzipatorische (Um-) Gestaltung der Energiewende im Raum sowie neue Perspektiven für die raum- und planungswissenschaftliche Energieforschung zu gewinnen.
- Research Article
10
- 10.1007/s13147-016-0394-7
- May 23, 2016
- Raumforschung und Raumordnung
- Fabian Faller
ZusammenfassungDie Energiewende ist seit einigen Jahren Gegenstand intensiver akademischer Debatten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf regionalen Transformationen von konventionellen zu erneuerbaren Energiesystemen. Diese Regionen werden oft als Handlungsräume zwischen der lokalen und nationalen Ebene definiert und Transformationsprozesse werden in oder zwischen solchen Regionen analysiert. Gegenstand des vorliegenden Beitrags ist es, die Prozesse zu verstehen, die die Energieregionen hervorbringen. Wie werden sie konstituiert und transformiert? Welche geographischen Aspekte sind dabei bedeutsam? Eine qualitative Fallstudie über die Biogaserzeugung im westlichen Rheinland-Pfalz untersucht verschiedene Praktiken sowie Routinen der Energieerzeuger und beleuchtet die Entstehung, Stabilisierung und Veränderung von Energieregionen. Problemzentrierte Interviews mit 20 Anlagenbetreibern dienen als empirische Grundlage, um Aufschluss über individuelle Wahrnehmungen von Routinen und Praktiken zu gewinnen. Die Ergebnisse aus den Einzelfallstudien können zu übergeordneten Erkenntnissen generalisiert werden und zeigen, wie sich im Lauf der Zeit Praktiken, ihre räumliche Relevanz und ihre Bedeutung für die Energiewende verändern. Der Beitrag zeigt, dass sowohl individuelle (praktisches Wissen, kognitive Voraussetzungen) als auch strukturelle Kontexte (Zugang zu und Verfügbarkeit von Wissen, bestehende Netzwerke und politische Rahmenwerke) für die räumliche Bedeutung von Transformationspraktiken wichtig sind. So wird ersichtlich, dass über die Zeit Energieregionen verändert werden, von eher subjektiven Räumen hin zu regionalen Netzwerkräumen mit ko-lokalisierten Akteuren und gemeinsamen Lerneffekten.
- Research Article
1
- 10.1007/s13147-012-0189-4
- Feb 28, 2013
- Raumforschung und Raumordnung
- Martin Schmidt
Die erbringung von Leistungen der Daseinsvorsorge einschlieslich der Verund entsorgung sind in Deutschland durch ein dauerhaftes Wechselspiel von staatlicher und privater Aufgabenwahrnehmung gekennzeichnet. Wahrend gegenwartig uber Rekommunalisierungstendenzen diskutiert wird, zeichneten sich die 1990er Jahre noch durch umfassende Liberalisierungsund Privatisierungsprozesse aus, die im Land Berlin neben anderen sektoren auch die Berliner Wasserbetriebe (BWB) als den stadtischen Wasserverund Abwasserentsorger umfassten. Mit den Auswirkungen des Privatisierungsgeschehens auf die Gemeinwohlfahigkeit des Daseinsvorsorgestaates setzt sich Frank Huesker aus politikwissenschaftlicher sicht anhand des Untersuchungszeitraumes 1998 bis 2008 auseinander. Die Publikation gliedert sich in sieben Kapitel und beginnt im Anschluss an die einleitung mit theoretischkonzeptionellen Grundlagen (Kap. 2), die der Begriffs(Daseinsvorsorge, offentliche Guter und Unternehmen) und politikwissenschaftlichen Debattenklarung (Gemeinwohlfahigkeit) dienen. Hierbei geht der Autor auf die aktuelle staatlichkeitstransformation – „vom sozialdemokratischen interventionsstaat zum neoliberalen Wettbewerbsstaat“, „vom hoheitlichen zum kooperativen staat“, „vom Herrschaftsmonopolisten zum Herrschaftsmanager“ (s. 65) – ein, ergrundet und definiert in diesem Zusammenhang Privatisierungsansatze, bildet staatsdimensionen zur Fassung von Gemeinwohlfahigkeit aus und kommt letztendlich zum Begriff des Gewahrleistungsstaates, der das ergebnis des beschriebenen Transformationsprozesses darstellt – eine interessante Argumentationskette, die in vielen anderen Werken zumeist in einer anderen Reihung erfolgt. Abgeleitet werden schlieslich einzelkriterien, die Gemeinwohlfahigkeit als generelles Kriterium beschreiben konnen und mit Hilfe von indikatoren die nachfolgende Untersuchung bzgl. der „Fahigkeit des privatisierten staates, sich im Konfliktfalle gegen die in Verantwortungsstrukturen integrierten privaten Akteure durchsetzen zu konnen“ (s. 105) ermoglichen sollen. Kapitel 3 (als erstes von vier empirischen Kapiteln) stellt umfassend die historischen Ablaufe der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe einschlieslich ihrer Motive und der Rollen der einzelnen Akteure dar. es wird deutlich, dass der Privatisierungsprozess einerseits von Anfang an nicht offentlich und andererseits durch eine zeitliche nahe von (Privatisierungs-) Gesetzgebung und entscheidung fur ein bestimmtes Konsortium gepragt war, „womit die Parallelitat des legislativen Privatisierungsprozesses und dessen Mitgestaltung durch die privaten Akteure eindrucksvoll dokumentiert ist“ (s. 141). Der Autor betont die Ausrichtung der (damals noch) nicht-offentlichen Vertrage, mit denen Raumforsch Raumordn (2013) 71:65–66 Doi 10.1007/s13147-012-0189-4
- Research Article
- 10.1007/s13147-011-0124-0
- Dec 31, 2011
- Raumforschung und Raumordnung
- Felicitas Hillmann
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- Research Article
7
- 10.1007/s13147-010-0030-x
- May 12, 2010
- Raumforschung und Raumordnung
- Olaf Schnur + 1 more
Zusammenfassung Der demographische Wandel sowie das Nebeneinander von schrumpfenden und wachsenden Wohnungsmarktregionen werden sich in Deutschland zunehmend auf die bisher wenig untersuchte Mesoebene des Wohnquartiers auswirken. Vor diesem Hintergrund wurden in einer 2007/2008 durchgeführten zweistufigen Delphi-Befragung mit dem Titel „Demographischer Impact in städtischen Wohnquartieren“ wesentliche Akteure, Einflussfaktoren und Zukunftstrends der Quartiersentwicklung erfasst und analysiert. In der Studie ging es um grundlegende Fragestellungen wie: Welche Quartiere werden zukünftig von den Auswirkungen des demographischen Wandels besonders betroffen sein? Was sind die Stärken und Schwächen einzelner Quartierstypen? Wie werden sich Wohnquartiere bis 2030 entwickeln? Welche Metatrends der Quartiersentwicklung zeichnen sich ab? Werden eher altersstrukturell homogene oder heterogene Quartiere bessere Entwicklungschancen haben?
- Research Article
18
- 10.1007/s13147-010-0013-y
- Feb 27, 2010
- Raumforschung und Raumordnung
- Hubert Job
Zusammenfassung Nationalparke stellen die weltweit älteste und bekannteste Flächenschutzkategorie dar. Sie haben eine bipolare Aufgabenstellung. Im Vordergrund steht der für die Fachplanung Naturschutz relativ junge Prozessschutz. Für das eine lange Kulturlandschaftsgeschichte und vergleichsweise hohe Besiedlungsdichte aufweisende Mitteleuropa ist er wegen der Landnutzungskonkurrenzen und raumfunktionalen Konflikte schwierig umzusetzen. Daneben dienen Nationalparke dem Naturtourismus. Wie sonst soll die „Wildnis“-Idee den Menschen nahegebracht werden? Nationalparke stellen für periphere, strukturschwache ländliche Räume potenzielle Motoren einer endogenen Regionalentwicklung dar. Diese basiert vor allem auf dem wirtschaftlich komplex vernetzten Naherholungs- und Fremdenverkehr – in Zukunft mehr noch als heute. Denn der demographische Wandel wird dort zu erheblichen Bevölkerungsverlusten führen. Chancen eröffnen sich gerade in dünn besiedelten Regionen. Dort sollten Raumplanungsinstitutionen proaktiv mit dieser Thematik umgehen und somit helfen, langfristig regionale Identitäten neu zu schaffen. Um die derzeit bestehenden Lücken bei Moorlandschaften, Fließgewässern und Auen, Buchen- und Mischwaldgesellschaften sowie auf offener See hin zu einer repräsentativen Abdeckung der mitteleuropäischen Naturräume zu schließen, wird die Zahl von maximal 20 Nationalparke in Deutschland als Richtwert erachtet. Insbesondere größere zusammenhängende Waldgebiete und ehemalige Truppenübungsplätze stellen Potenzialräume für künftige Nationalparke dar. Sowohl aus naturschutzfachlicher Sicht als auch aus Perspektive des Besuchermanagements sollten bestehende und künftige Nationalparke unbedingt größer als 10.000 ha sein.
- Research Article
- 10.2478/bf03183197
- Jun 30, 2009
- Raumforschung und Raumordnung
- Research Article
5
- 10.1007/bf03183125
- Mar 31, 2008
- Raumforschung und Raumordnung
- Johann Jessen + 1 more
KurzfassungNach ihrem Wahlsieg 1997 machte die Labour-Regierung Stadtpolitik zu einem ihrer zentralen Themen. Darin verknüpfte sie programmatisch die Kritik an den Mängeln einer bisher vorrangig marktwirtschaftlich orientierten Stadtpolitik mit der Modernisierung des Staatshandelns. Es wurden zahlreiche Programme aufgelegt, neue Institutionen geschaffen und fachpolitische Initiativen lanciert, die heute die nationale Stadtpolitik wie die Politik in den englischen Städten maßgeblich prägen. Neuere Evaluationen der Politik ziehen eine insgesamt positive Bilanz der Blair‘schen Stadtpolitik. In den englischen Städten sei in den vergangenen zehn Jahren der soziale Zusammenhalt gewachsen, ihre Wettbewerbsfähigkeit habe sich erhöht und die Lebensqualität, die sich nach dem englischem Verständnis sehr stark auf die Qualitäten des öffentlichen Raums bezieht, sei angestiegen. Der Beitrag umreißt die wesentlichen Merkmale dieser Stadtpolitik der letzten zehn Jahre und macht ihre Ergebnisse an der lokalen Stadtpolitik Manchester plastisch, die als ein besonders erfolgreiches und markantes Beispiel gilt.
- Research Article
- 10.1007/bf03183818
- Jul 31, 2005
- Raumforschung und Raumordnung
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- Research Article
- Feb 1, 1997
- Raumforschung und Raumordnung
- H Fassmann + 2 more
After summarizing Austrian population trends from 1961 to 1995, the authors describe three main scenarios for Austria's future population developments to the year 2021 based on various assumptions about internal and international migration, mortality, and fertility. Their results show that total population size will increase slightly, and that demographic aging will take place. Regional differences will be apparent, however, with the western areas showing demographic growth while the population of the southern regions decreases. Future demographic trends in the labor force are also summarized; unemployment is expected to remain relatively high. This article was based on a more detailed report produced for an Austrian conference on spatial management; projection results are available in machine-readable form from the Osterreichische Raumordnungskonferenz, Hohenstaufengasse 3, 1010 Vienna, Austria.