- Research Article
- 10.13158/heia.38.2.2025.275
- Feb 5, 2026
- Herzogia
- Peter Döbbeler
Döbbeler, P. 2025. Bryophile Ascomyceten aus dem südlichen Südamerika und angrenzenden (sub)antarktischen Regionen – Herzogia 38: 275 – 307. Bryophile Pilze sind taxonomisch verschieden und häufig, aber noch wenig erforscht insbesondere in der Südhemisphäre. Dieser Überblick führt die bisherigen und neue Nachweise von Fruchtkörper bildenden Ascomyceten auf, die als obligate Parasiten auf den Gametophyten von Moosen und Lebermoosen im südlichen Südamerika und angrenzender (sub)antarktischer Regionen betrachtet werden. Berücksichtigt werden Chile (mit den Juan-Fernández-Inseln), Argentinien, die Falklandinseln, Südgeorgien, die Südlichen Sandwichinseln, die Signy-Insel, die Shetlandinseln und die Antarktische Halbinsel. Zweiunddreißig nicht Octospora-artige Arten in 23 Gattungen sind derzeit bekannt. Für jede Art werden die diagnostischen Eigenschaften, die Wirtsspektren, die Kleinstandorte, die Verbreitung und relevante Literatur angegeben. Zu den Pezizales gehörende Discomyceten aus der Verwandtschaft von Octospora sind generell schlecht untersucht und werden nur kurz behandelt. Das Vorherrschen von Polytrichaceen als Wirtstaxa wird mit bevorzugtem Screening erklärt. Die folgenden vier Arten werden als neu vorgeschlagen: Bryobroma epistromaticum auf Adelanthus lindenbergianus und Epibryon terrae-ignis auf Clasmatocolea fulvella und Syzygiella jacquinotii aus Argentinien, E. finismundense auf Lepidozia cupressina und E. pauperculum auf Adelanthus lindenbergianus aus Chile. Diese Lebermoose sind die ersten Nachweise für Wirte bryophiler Ascomyceten unter den Jungermanniales. Ein neuer Konidientyp an den Hyphen von Punctillum hepaticarum wird beschrieben. Angesichts der großen Anzahl von Bryophyten und ihrer enormen Biomasse im südlichen Südamerika und den angrenzenden (sub)antarktischen Regionen, ist unsere derzeitige Kenntnis der pilzlichen Parasiten – abgesehen von polytrichicolen Arten – sporadisch. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit weiterer systematischer Untersuchungen von Wirten unter den Bryophyten und ihren pilzlichen Parasiten. Der Wert vorhandener Herbaraufsammlungen für diesen Zweck wird hervorgehoben.
- Research Article
- 10.13158/heia.38.2.2025.390
- Feb 5, 2026
- Herzogia
- Sebastiano Dose + 3 more
- Research Article
- 10.13158/heia.38.2.2025.483
- Feb 5, 2026
- Herzogia
- Research Article
- 10.13158/heia.38.1.2025.5
- Jul 14, 2025
- Herzogia
- Harald Komposch
KOMPOSCH, H. 2025. Spielt Alter eine Rolle? Wie das Alter der Bäume die Vielfalt der Flechten an Buche in einem temperaten Waldbestand beeinflusst. – Herzogia 38: 5 – 22. Neben den Einflüssen des Klimawandels und auftretender Luftverunreinigungen auf rindenbewohnende Flechten ist seit vielen Jahrzehnten ein starker Rückgang der Artenvielfalt durch die fast flächendeckende intensive forstwirtschaftliche Nutzung der mitteleuropäischen Wälder zu verzeichnen. Dies wird in erster Linie durch die sehr gute Erschließung auch entlegener Gegenden durch Forststraßen ermöglicht. Die Forstwirtschaft greift dabei in die Baumartenzusammensetzung und in die Struktur der Wälder ein. Sie fördert einerseits wirtschaftlich interessante Baumarten, andererseits werden möglichst hohe Gewinne durch kurze Umtriebszeiten angestrebt, wodurch alte und sehr alte Bäume kaum mehr in den Wäldern verbleiben dürfen und damit den epiphytischen Flechten nicht zur Verfügung stehen. In der aktuellen Studie wird mittels Indikatorarten-Analyse und multidimensionaler Skalierung versucht herauszufinden, ob es speziell an alte Bäume angepasste epiphytische Flechten gibt, die nicht oder nur extrem selten auf jüngeren Bäumen zu finden sind. Dazu wurden in zwei sehr alten und naturnahen Buchen-(Tannen-)Fichtenwäldern des Nationalparks Gesäuse in Österreich 54 Buchenstämme auf ihren Flechtenbewuchs hin untersucht. 112 Flechtenarten konnten bestimmt werden, davon sind 30 % Rote Liste-Arten, unter diesen die zwei stark bedrohten Flechten Agonimia allobata und Sticta fuliginosa. Die Studie zeigte, dass sich die Artenvielfalt mit zunehmenden Stammdurchmessern erhöhte und ab einem Maximum wieder leicht sank. Mittels multidimensionaler Skalierung konnte gezeigt werden, dass sich die Artenzusammensetzung alter bzw. dicker Bäume stark von jener junger bzw. dünner Bäume unterschied. Die Indikatorarten-Analyse identifizierte 11 Flechtenarten als indikativ für sehr alte Bäume, unter diesen waren etwa Lobaria pulmonaria und Chicitaea cristinae. Letztere ist eine meist steril auftretende Krustenflechte, die erst vor wenigen Jahren aus einem Urwald in Polen beschrieben wurde. Zur Förderung dieser wurden Management-Empfehlungen und ein Aufruf an die Politik zur Bereitstellung einer adäquaten Förderumgebung formuliert.
- Front Matter
- 10.13158/0018-0971-38.1.i
- Jul 14, 2025
- Herzogia
- Research Article
- 10.13158/heia.38.1.2025.36
- Jul 2, 2025
- Herzogia
- Jie-Chen Li + 3 more
Li, J.-C., Dou, M.-Z., Luo, X.-Y. & Jia, Z.-F. 2025. Vier Neufunde in der Flechtengattung Pyrenula aus China. – Herzogia 38: 36 – 50. Die lichenisierte Pilzgattung Pyrenula ist ein sehr verbreitetes Krustenflechtenelement in tropischen bis subtropischen Wäldern, aber in China wurde diese Gattung nur wenig erforscht. Während der Untersuchung von Pyrenula in China wurden vier neue Arten für China gemeldet, die durch morphologische, anatomische, chemische und phylogenetische Studien identifiziert wurden: Pyrenula balia, P. laevigata, P. supracongruens und P. neosandwicensis. Ein Schlüssel für alle bekannten Pyrenula-Arten aus China wird ebenfalls bereitgestellt.
- Research Article
- 10.13158/heia.38.1.2025.105
- Jul 2, 2025
- Herzogia
- Martin Baumann
Baumann, M. 2025. Vegetation monitoring in the strict forest reserve (Naturwaldzelle) Wodrich (Ore Mountains): Investigation of the bryophyte flora and change of the bryophyte layer in the period between 1998 and 2014. – Herzogia 38: 105–133. The paper describes the changes in the cover and the species composition of the bryophyte layer in the strict forest reserve Wodrich (Ore Mountains, Saxony, Germany). The reserve represents spruce forest communities on mineral and organic wet sites. The surveys took place on 56 plots of a sample circle grid and can be assigned to three vegetation units. Furthermore, the results of an investigation of the bryophyte flora of the entire area of the strict forest reserve are included. A total of 118 bryophytes were found, with the highest numbers of species found on the forest floor, on dead wood and on anthropogenically strongly influenced sites. In the reserve, the bryophyte layer is dominated by Dicranum scoparium, Polytrichum formosum and Sphagnum girgensohnii, characteristic species of acidophilous spruce forest communities. On the organic wet sites, Bazzania trilobata and Sphagnum russowii also have a high frequency and cover and are joined by characteristic species of spruce bog forests and open bog sites (Mylia anomala, Sphagnum divinum, S. papillosum). In the period between 1998 and 2014, a significant increase in the degree of cover and alpha diversity was observed in all vegetation units. On the one hand, this can be attributed to a decrease in air pollution. On the other hand, the increase in peat moss cover and some characteristic wetland species indicates the start of regeneration.
- Research Article
- 10.13158/heia.38.1.2025.147
- Jul 2, 2025
- Herzogia
- Grzegorz J Wolski
Wolski, G. J. 2025. Eine neue Art der Gattung Sematophyllites J.-P.Frahm (Sematophyllaceae Broth.) aus baltischem Bernstein. – Herzogia 38: 147–155. Der Beitrag präsentiert Daten zu Sematophyllites, einer ausgestorbenen Gattung von Laubmoosen, die bisher an-hand mehrerer Exemplare aus baltischem, Bitterfelder und Rovno-Bernstein dokumentiert wurde. Darüber hinaus werden neue Kombinationen vorgeschlagen, indem zwei Taxa aus der Gattung Hypnites in die vorgenannte Gattung Sematophyllites übertragen werden. Es werden die folgenden zwei neuen Kombinationen vorgeschlagen: Sematophyllites subflagellaris (Casp. & R.Klebs) G.J.Wolski comb. nov. und Sematophyllites lanceolatus (J.-P. Frahm) G.J.Wolski comb. nov. Außerdem wird die Aufteilung der Gattung Sematophyllites in zwei Sektionen vorgeschlagen. Die Typussektion Sematophyllites umfasst Taxa mit gezähnten Blättern, während die zweite Sektion Lanceolites G.J.Wolski sect. nov. durch ganzrandige Blätter gekennzeichnet ist. Darüber hinaus wird ein neues Taxon aus dem Eozän beschrieben, das in baltischem Bernstein konserviert ist – Sematophyllites lodziensis G.J.Wolski sp. nov. Es ist zu Ehren der Stadt Łódź (Lodz) und der Alma Mater Universitatis Lodziensis, an der der Autor dieses Manuskripts arbeitet, benannt. Die neue Art unterscheidet sich von anderen Sematophyllites-Arten durch dichte Blattanordnung, lange und schmale, bogenförmig gekrümmte, im apikalen und mittleren Teil gesägte Blätter sowie durch kurze und schmale Blattzellen in der Blattmitte. Neben einer ausführlichen Beschreibung ist eine Fototafel, auf der die wichtigsten Merkmale der neuen Art gezeigt werden, beigefügt. Außerdem enthält der Artikel einen Schlüssel zu allen Sematophyllites-Arten.
- Research Article
- 10.13158/heia.38.1.2025.176
- Jul 2, 2025
- Herzogia
- Harald G Zechmeister + 1 more
Zechmeister, H. G. & Kropik, M. 2025. Crossidium crassinervium (De Not.) Jur. – ein Erstfund für Österreich. – Herzogia 38: 176 –178. Im März 2025 haben wir Crossidium crassinervium (De Not.) Jur. am Braunsberg (Niederösterreich) erstmals für Österreich nachgewiesen. Die Art wuchs an einer südwestexponierten, senkrechten Böschung aus kalkreichem, sandig-lehmigem Substrat. In dieser Arbeit beschreiben wir den Fundort sowie die morphologischen Merkmale der Art. Aufgrund der vermuteten Seltenheit und der Störungen durch verwilderte Hausschafe am Fundort sollte die Art in Österreich als stark gefährdet betrachtet werden. Auf europäischer Ebene wird ihre Gefährdung als „Least Concern“eingestuft.
- Research Article
- 10.13158/heia.38.1.2025.87
- Jul 2, 2025
- Herzogia
- Martina Bačič + 1 more
Bačič, M. & Strgulc Krajšek, S. 2025. Die Verbreitung der Natura 2000-Art Mannia triandra (Aytoniaceae, Marchantiopsida) in Slowenien: von nahezu unbekannt zu zufriedenstellend bewertet. – Herzogia 38: 87 – 104. Wir analysierten die historischen slowenischen Fundorte und das Material von Mannia triandra im Herbarium LJU, um systematisch nach diesem seltenen Lebermoos im Feld zu suchen. Im Zuge von 25 Feldexkursionen (2017–2023) haben wir die Art nach zweieinhalb Jahrhunderten an 37 Fundstellen, auch an ihrem locus classicus, bestätigt oder neu gefunden. An 18 Fundorten haben wir die Begleitflora inventarisiert. Wir stellen die aktualisierte Verbreitung der Art vor und diskutieren die Besonderheiten ihrer Lebensräume in Slowenien.