Ziele, Design und Methodik einer naturalistischen Studie zur Machbarkeit und zum Nutzwert einer krankheitsspezifischen Tabakentwöhnung im Minimal-Maximal-Interventionsvergleich (ATEMM-Studie)
Zusammenfassung: Zielsetzung: Die ATEMM-Studie zielte darauf ab, ein krankheitsspezifisches, leitliniengerechtes Tabakentwöhnungsprogramm für chronisch (obstruktive) Atemwegserkrankungen (COPD) zu entwickeln, im realen Versorgungssetting zu implementieren und zu evaluieren. Methodik: Das prospektive, quasi-experimentelle Kohortendesign umfasste zwei Behandlungsarme und wurde multizentrisch in Sachsen und Thüringen durchgeführt. Die Minimalintervention (Treament as Usual) beinhaltete eine ärztliche Kurzberatung während der Routinesprechstunde. Die Maximalintervention umfasste ein vollfinanziertes, multimodales Tabakentwöhnungsprogramm mit einem pneumologisch geleiteten Gruppenkurs inkl. medikamentöser Unterstützung und einjähriger telefonischer Nachbetreuung. Bei schwerer psychischer Komorbidität bestand die Möglichkeit einer Kurzzeitpsychotherapie zur Tabakentwöhnung im Einzelsetting (Subgruppe der Maximalintervention). Eingeschlossen wurden Rauchende mit chronischem Husten und COPD. Die Studie untersuchte Machbarkeit, Akzeptanz und Nutzwert der Behandlungen. Es wurden u. a. die 12-Monats-Abstinenzquote multimodal inkl. biochemischer Verifizierung sowie sekundäre Endpunkte erhoben. Schlussfolgerungen: Die ATEMM-Studie setzte erstmals eine zielgruppenspezifische State of the Art-Tabakentwöhnung gemäß den S3-Leitlinien zulasten der GKV in der pneumologischen Routineversorgung um. Die Ergebnisse sollen zur Verbesserung der Versorgung von chronisch atemwegserkrankten Rauchenden mit evidenzbasierter Tabakentwöhnung beitragen.
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