Relevante Informationen aus der Onkologie für die hausärztliche Versorgung von Langzeitüberlebenden einer Krebserkrankung
Zusammenfassung Hintergrund Langzeitüberlebende einer Krebserkrankung können auch viele Jahre nach der Erkrankung an Langzeit- oder Spätfolgen leiden. Nach Abschluss der strukturierten, onkologischen Nachsorge verbleibt häufig der Hausarzt Ansprechpartner für diese Patienten. Jedoch bestehen oftmals Informations- oder Wissenslücken zur zurückliegenden Erkrankung, zu erhaltenen Therapien sowie zu möglichen Langzeit- und Spätfolgen. Fragestellung Ziel der Studie war es, zu untersuchen und darzustellen, welche Informationen (Inhalt und Format) nach erfolgter und abgeschlossener onkologischer Nachsorge an den betreuenden Hausarzt weitergeleitet werden sollten, um eine bedarfsgerechte hausärztliche Versorgung von Langzeitüberlebenden zu unterstützen. Material und Methoden Die qualitative Studie wurde mit Hausärzten aus dem Forschungspraxennetz SaxoForN in Dresden und Frankfurt am Main durchgeführt und bestand aus 3 Phasen: a) Interviews mit Hausärzten zu Inhalt und Form von konstruierten Fallvignetten aus der Onkologie, b) Thinking-aloud-Interview mit einer Onkologin zur Erfassung der onkologischen Perspektive beim Verfassen eines Berichts, c) Workshop mit Hausärzten und einer Onkologin zur Erarbeitung von Empfehlungen zur Erstellung von onkologischen Abschlussberichten für Hausarztpraxen. Die Analyse der Transkripte bzw. Protokolle erfolgte inhaltlich zusammenfassend. Ergebnisse Es beteiligten sich 14 Hausärzte an den Interviews und 6 Hausärzte an dem Workshop. Eine Onkologin beteiligte sich am Workshop sowie dem Thinking-aloud-Interview. Die Ergebnisse aus allen drei Studienphasen wurden in einer Empfehlungsliste zusammengefasst. Diese spiegelt die Perspektive und Bedarfe der Hausärzte wider, welche Informationen sie in welcher Form zur Versorgung von Langzeitüberlebenden einer Krebserkrankung benötigen. Dazu gehören Diagnosen, durchgeführte Therapien inkl. potenzieller Spätfolgen sowie Handlungsempfehlungen für die weitere Betreuung im hausärztlichen Setting. Die Informationen sollten kurz und prägnant sein, hausärztliche Handlungsspielräume ermöglichen sowie die spezifischen Rahmenbedingungen in der Primärversorgung berücksichtigen. Schlussfolgerung Es wurden empirisch gestützte Empfehlungen zur Gestaltung onkologischer Abschlussberichte formuliert, um Hausärzte bei der weiteren Versorgung von Langzeitüberlebenden nach Abschluss der onkologischen Nachsorge gezielt zu unterstützen. In einem nächsten Schritt ist die Implementierung dieser Empfehlungen sowie deren Evaluation notwendig.
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