Pseudoscorpions (Arachnida: Pseudoscorpiones) of the Burda Mountains in Slovakia
Pseudoskorpione (Arachnida: Pseudoscorpiones) aus dem Burda-Gebirge in der Slowakei. Im Gebiet des Burda-Gebirges und seiner Umgebung wurden 1489 Individuen an Pseudoskorpionen aus 24 Taxa und fünf Familien erfasst. Das Material wurde unter Verwendung standardisierter Sammelmethoden und aus möglichst vielen Lebensraumtypen auf 77 Untersuchungsflächen zusammengetragen. Aus zoogeografischer Sicht waren paläarktische Arten und Arten mit europäischer Verbreitung am häufigsten vertreten. Pseudoskorpione der Familien Chthoniidae und Neobisiidae repräsentierten hauptsächlich die epigäischen und edaphischen Formen. Die synanthrope Arten gehörten zu den Familien Atemnidae und Cheliferidae. Vertreter der Familie Chernetidae waren meist dendrophil oder kamen in verrottendem organischem Material vor. Im Burda-Gebirge kamen eurytope Arten und stenöke, thermophile Arten vor, die mit xerothermen Lebensräumen assoziiert sind. Aus faunistischer Sicht war der Nachweis von Chthonius orthodactylus (Leach, 1817), sensu Beier (1963), der in der Slowakei nach mehr als 40 Jahren wieder dokumentiert wurde, am wichtigsten. Das Untersuchungsgebiet stellt für diese Art den zweiten bekannten Fundort in der Slowakei dar, und es werden die Lebensraumpräferenzen zum ersten Mal dargestellt. Für die Art Allochernes solarii (Simon, 1898) wurde ebenfalls der zweite Fundort in der Slowakei entdeckt. Für Diplotemnus balcanicus (Redikorzev, 1928) stellt das Burda-Gebirge den bislang einzigen Fundort in der Slowakei dar. Trotz seiner geringen Größe ist das Burda-Gebirge eines der wichtigsten Gebiete hinsichtlich der Artenvielfalt für Pseudoskorpione in der Slowakei; fast 40 % der bekannten Pseudoskorpionsarten kommen hier vor. Bei der Bewertung der Lebensraumtypen erwiesen sich xerotherme Steppenund Waldsteppenstandorte als die wertvollsten. Die Vorkommen seltener und aufgrund ihrer engen ökologischen Valenz potenziell gefährdeter Arten wie Ephippiochthonius tuberculatus (Hadži, 1937), Microbisium suecicum Lohmander, 1945, Atemnus politus (Simon, 1878) oder Allochernes solarii belegen dies.