Interdisziplinäre Interaktionen und Kooperationen von Lehrkräften in Communities of Practice: Wie lassen sie sich erfassen und beschreiben?
Im vorliegenden Beitrag werden die Entwicklung und Erprobung eines Kategoriensystems vorgestellt, das auf der Grundlage der bildungswissenschaftlich orientierten Kokonstruktionsforschung sowie der gesprächsanalytischen Forschung entwickelt wurde. Dabei sollen Kooperationsprozesse in Communities of Practice als kooperative Settings, in denen Lehrkräfte intensiv zusammenarbeiten, erfasst werden. Anhand des Ansatzes der Kokonstruktion als intensive Form der Kooperation wird somit beschrieben, wie Lehrpersonen in solchen communities gemeinsam Wissen und Materialien kokonstruktiv entwickeln. Das vorgestellte Kategoriensystem wurde auf der Grundlage von aufgezeichneten Interaktionen verschiedener communites of practice entwickelt und erprobt, die im Rahmen eines Projektes gemeinsam sprachbildende Unterrichtsmaterialien konstruiert haben. Die Daten wurden zweischrittig analysiert, indem zunächst die dem Gespräch inhärenten Phänomene identifiziert wurden und diese sodann mit einem auf der Basis von gesprächs- und kokonstruktionstheoretischen Kategorien codiert wurden. Das Kategoriensystem wird mit seinen zentralen Ebenen und Oberkategorien beschrieben und anhand von beispielhaft codierten Sequenzen verdeutlicht, dass die entwickelten Kategorien geeignet sind, die Interaktionen bezügliche der inhaltlichen und gesprächsanalytischen Merkmale zu beschreiben. Ein Ausblick auf weitere Analysen wird gegeben.