Geschlechtsdysphorie in der Adoleszenz

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Zusammenfassung Die klinische Versorgung von Jugendlichen mit Geschlechtsinkongruenz/Geschlechtsdysphorie ist Gegenstand anhaltender und kontrovers geführter Fachdiskussionen. Zu den zentralen Aspekten zählen dabei eine angemessene klinische Konzeptualisierung und Diagnostik, die Einordnung koinzidenter psychiatrischer Störungen sowie die Evidenzbasis der leitlinienorientierten Behandlungspraxis. Der vorliegende Beitrag knüpft aus kinder- und jugendpsychiatrischer Perspektive an diese Diskussionspunkte an und betont die Notwendigkeit einer entwicklungsorientierten Exploration des geschlechtsbezogenen Leidensdrucks im Kontext der individuellen, adoleszenten Entwicklungsbedingungen und des familiären Bezugssystems. Daran anschließend werden die somatischen Interventionen im Rahmen der gegenwärtig paradigmatischen geschlechtsaffirmativen Behandlungspraxis sowie die empirische Evidenz zu ihrer Wirksamkeit und Sicherheit im Jugendalter dargestellt. Die S2k-Leitlinie für den deutschsprachigen Raum wird hinsichtlich ihrer konsensbasierten Empfehlungen und der damit einhergehenden klinisch-ethischen Begründungslast beleuchtet. Die Wichtigkeit einer ergebnisoffenen und entwicklungsorientierten Begleitung Jugendlicher und ihrer Familien wird abschließend betont.

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