Friedrich Markewitz. Ironie

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Der vorliegende Band bietet eine kulturgeschichtliche und linguistische Untersuchung des Phänomens der Ironie seit der Tradition Platons. Ausgehend von der Definition und den Typologisierungsversuchen von Ironie werden die kulturgeschichtlichen und linguistischen Ansätze zur Ironie-Forschung jeweils in Kapitel 2 und Kapitel 3 vorgestellt. Der Autor analysiert in den folgenden drei Kapiteln die Erkennung von Ironie (Kapitel 4), die Abgrenzung von Ironie zu verwandten Konzepten (z. B. Scherz, Lüge und Metapher, Kapitel 5) sowie die Erfassung von Ironie durch eine linguistische und mehrdimensionale Analyse (Kapitel 6). Eine einseitige Zusammenfassung, gefolgt von Quellen, Literatur, Glossar und Sachregister, rundet das Werk ab. Dadurch gelingt es dem Autor, eine narrative Geschichte der Ironie entlang eines klar strukturierten Leitfadens zu erzählen. Ironie wird oft als ein komplexes Phänomen angesehen, da sie "eine jahrtausendealte Kulturpraxis" darstellt und somit nicht nur "als Kommunikationsmittel oder rhetorische Figur, etwa als Trope […]" dient, sondern auch als "Haltung bzw. Einstellung verstanden und von unterschiedlichen geistes-wie kulturwissenschaftlichen Disziplinen erfasst sowie analysiert" wird (S. 1). Trotz vieler unterschiedlicher Definitionen ist allgemein anerkannt, dass Ironie einen graduellen Gegensatz zwischen Gesagtem und Gemeintem darstellt (vgl. S. 2-4). Auch die Unterscheidung zwischen verbal irony (bezogen auf die Ironie eines Individuums in verschiedenen Kommunikationskontexten) und situational irony (bezogen auf eine ironisch wahrnehmbare Situation) (S. 4-6) ist in der Forschung weitgehend unstrittig. Zudem sollte Ironie als eine übergeordnete Kategorie verschiedener Formen uneigentlichen Sprechens verstanden werden (S. 7). Kapitel 2 behandelt die unterschiedlichen Auffassungen von Ironie im historischen Verlauf. In der griechisch-römischen Verwendungsgeschichte wurde Ironie als "Verstellung" (S. 20) verstanden. Dank Sokrates tritt dem ein positives Verständnis entgegen, da er Ironie als "zentrales Moment […] [des] Erkenntnisprozesses" (S. 9) betrachtet, das dazu dient, "scheinbar gesichertes Wissen zu hinterfragen" (S. 20). Die sich im 17. Jahrhundert herausbildende europäische Moralistik zielte darauf ab, "scheinbar tugendhaftes Verhalten zu hinterfragen und als durch selbstsüchtige Ursachen hervorgerufenes Tun zu entlarven" (S. 12).

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