Die geologische Entwicklung und Metamorphose im Erzgebirge, Ein Exkursionsführer durch das Erzgebirge
Der Exkursionsführer gibt am Beispiel von zwölf ausgewählten Aufschlusspunkten einen Überblick zur komplexen Entstehungsgeschichte des Erzgebirgskristallins. Die Zuordnung der geologischen Aufschlusspunkte zur jeweiligen metamorphen Einheit erfolgt durch eine Zusammenführung und Interpretation geochemisch-lithologischer-, petrologischer- und tektonischer Untersuchungsergebnisse und anhand von Altersdaten. An den Aufschlusspunkten werden Vergleiche zu angrenzenden geologischen Einheiten, wie zur Lausitz, zum Frankenberger Zwischengebirge und zum Münchberger Massiv hergestellt. Entlang eines vom Ost- zum mittleren Erzgebirge verlaufenden Profils können vom Liegenden zum Hangenden die folgenden metamorphen Einheiten unterschieden werden: Im Liegenden stehen Gesteine der Gneiss-Amphibolit-Einheit an. Dazu gehören Orthogneise, mit eingeschalteten Amphiboliten und Metagrauwacken, deren Edukte identisch mit Granodioriten und Grauwacken der Lausitz sind. Darüber folgen fünf verschiedene Deckeneinheiten. Diese weisen gleiche lithologisch-geochemische Merkmale auf, die eine Zuordnung zu Sedimentgesteinen und Vulkaniten thüringischer Fazies zulassen. Die Decken lassen sich petrologisch durch ihre unterschiedlichen maximalen Druck- und Temperaturbedingungen voneinander abgrenzen. Die Metamorphite der fünf Hochdruck-Decken unterlagen einer variszischen Subduktion in unterschiedliche Tiefen und stiegen anschließend bis in die mittlere Kruste auf. Die mit dem Aufstieg verbundene Krustenverdickung leitete einen Extensionsprozess ein. Dabei entstand der Kontakt der fünf Deckeneinheiten mit der tiefsten Gneis-Amphibolit-Einheit und der oberen allochthonen Deckeneinheit. Im Tertiär wurde das gesamte Erzgebirgskristallin bruchtektonisch herausgehoben.
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