Das Geschäft mit dem Leid – wie viel Umsatz macht die Alkoholindustrie mit Risiko- und Hochkonsum?
Zusammenfassung: Zielsetzung: Während die Alkoholindustrie öffentlich für einen „verantwortungsvollen“ Alkoholkonsum wirbt, deuten Studienergebnisse aus anderen Ländern darauf hin, dass mehr als die Hälfte ihres Umsatzes auf Personen mit schädlichem Alkoholkonsum zurückzuführen ist. In dieser Studie untersuchen wir, ob dies auch auf Deutschland zutrifft. Methodik: Daten zur allgemeinen erwachsenen Bevölkerung (18–64 Jahre) stammen aus vier Quellen: 1) Epidemiologischer Suchtsurvey (2018, 2021), 2) Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (2018), 3) Bevölkerungsstatistik (2018) und 4) Branchenstatistik zum Alkoholumsatz (2018). Wir berechneten die Bevölkerungs-, Alkoholkonsum- und Umsatzanteile für drei Alkoholkonsumkategorien (d. h. niedrig riskanter, riskanter, hochriskanter Konsum), wobei wir die getränkespezifischen Konsummengen und Ausgaben nach Geschlecht, Alter, Einkommen und Alkoholkonsumkategorie berücksichtigten. Ergebnisse: Dreizehn Prozent der in Deutschland lebenden erwachsenen Bevölkerung war in den letzten 12 Monaten abstinent. Die Mehrheit (71.9 %, 95 % Konfidenzintervall [KI] [71.2 %–72.7 %]) der Erwachsenen trank niedrig riskant, 12.9 % (95 % KI [12.3 %–13.5 %]) riskant und 2.0 % (95 % KI [1.7 %–2.2 %]) hochriskant. Personen mit riskantem und hochriskantem Alkoholkonsum konsumierten mehr als die Hälfte des verkauften Alkohols und generierten einen Umsatz von 5.71 Mrd. € – die Hälfte des Gesamtalkoholumsatzes in Deutschland . Schlussfolgerung: Die Hälfte des Alkoholumsatzes wird in Deutschland durch riskanten und hochriskanten Alkoholkonsum erwirtschaftet. Dies veranschaulicht den Konflikt zwischen dem selbsterklärten Engagement der Industrie zur Prävention von Gesundheitsschäden und ihren kommerziellen Interessen.
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