Auffälligkeiten in der ambulanten Suchthilfestatistik 2003 für Deutschland: Trend oder Artefakt?
<span class="fett">Fragestellung:</span> Die Deutsche Suchthilfestatistik dient als Monitoringinstrument unter anderem zur Erfassung von Trends in Klientencharakteristika, Behandlungsmerkmalen und -ergebnissen. Im Jahr 2003 finden sich gegenüber 2002 ein deutlich geringerer Anteil von Alkohol- und ein höherer Anteil von Opiat-Hauptdiagnosen sowie ein deutlich gestiegener Arbeitslosenanteil. Es wird untersucht, ob es sich um tatsächliche Veränderungen oder um Stichprobeneffekte handelt. <span class="fett">Methodik:</span> Es wird ein Vergleich der Gruppe von Bundesländern, die 2003 mit sehr viel mehr Einrichtungen an der Deutschen Suchthilfestatistik teilnahmen als bisher, mit den über Jahre konstant beteiligten Ländern durchgeführt. <span class="fett">Ergebnisse:</span> Die Ländergruppen unterscheiden sich stark in der Verteilung der Hauptdiagnosen und im Arbeitslosenanteil. Diese Unterschiede sind auch in den Folgejahren 2004 und 2005 weitgehend stabil. <span class="fett">Schlussfolgerung:</span> Bei Veränderungen in der Suchthilfestatistik sind als erste Erklärungsalternative Stichprobeneffekte, etwa aufgrund einer veränderten Teilnahme einzelner Großstädte oder Bundesländer, sowie andere Methodeneffekte, etwa durch Besonderheiten der eingesetzten Dokumentationssysteme, zu überprüfen. Nur durch deren Ausschluss können echte Trends in Klienten- und Behandlungsmerkmalen identifiziert werden. Langfristig ist eine weitgehend konstante Stichprobe anzustreben, eventuell auch als (konstante) Teilgruppe aller beteiligten Einrichtungen.
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